Matthäikirche  
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Matthäikirche

Bis zur Jahrhundertwende hatte man im Osten der evangelischen Gemeinden Düsseldorfs die Gottesdienste im Speisesaal von Haniel und Lueg an der Grafenberger Allee gefeiert. An der heutigen Achenbachstraße 66 wurde 1899 ein Betsaal als Mehrzweckraum errichtet, der 1905 in Matthäi-Kirche umbenannt wurde. Der Erste Weltkrieg machte konkrete Pläne zum Bau einer größeren Kirche zunichte.
   Glockenläuten der Matthäikirche in Düsseldorf (409 KB)

Aus großer Platznot wurden 1927 die Pläne wieder aufgenommen. Schon vor dem Krieg hatte man ein Grundstück erwerben können. Aus einem beschränkten Wettbewerb gingen die Düsseldorfer Architekten Karl Wach und Roßkotten als Sieger hervor; ihr Büro legte in Zusammenarbeit mit Philipp Wilhelm Stang den endgültigen Entwurf vor.
Die Kirche ist ein längsrechteckiger Saalbau mit halbrund geschlossener Apsis. An der Nordostseite hat sie ein niedriges Seitenschiff mit eingezogener Empore; die Stirnwand dieses Seitenschiffes setzt sich in den vier Stufen des Chorraumes fort, dessen südöstliche Wand aus dem regelmäßigen Rechteck des Grundrisses herausspringt. Hier saß die steil aufragende Kanzel mit einem mächtigen schlichten Schalldeckel.
Altar- und Kanzelzone sind durch die Stufen vom Gemeinderaum abgesetzt, haben aber mit ihm gemeinsam eine durchgehende, flache Holzbalkendecke. Östlich ist dem Gemeinderaum eine Vorhalle vorgelagert, deren Fassade an der Südwestecke einspringt, während an der Nordwestecke der hohe querrechteckige Glockenturm kragt. Die Matthäikirche wurde als erster Düsseldorfer Sakralbau in Stahlskelett-Konstruktion ausgeführt, die mit dunkelrotem Klinkermauerwerk ausgefacht wurde. Alle Fenster und Portale haben Rahmen aus hellem, fränkischem Kalkstein. Die Längswände besitzen breite Lichtbänder sehr schlanker Fenster; die Apsis wird von schlanken Fenstern auf jeder Seite belichtet.An der Nordseite sind die beiden Portale mit den darüber sitzenden Fenstern durch ihre Rahmung zusammengefaßt und bis zum Hauptgesims hochgeführt. Vor dem zurückspringenden Hauptportal an der Lindemannstraße bilden mit Natursteinverkleidete Stützen eine Vorhalle von geringer Tiefe, aber in voller Höhe des Kirchenschiffes. Der äußere Eindruck der Matthäikirche wird von ihrem Kontrastreichtum bestimmt.
Einerseits charakterisiert der farbliche Wechsel von rotem Backstein und gelblichem Kalkstein das Erscheinungsbild, andererseits das Wechselspiel zwischen horizontalen Abschlüssen der Baukörper und ihrer markanten vertikalen Gliederung. Südlich der Kirche und nordöstlich des Chores sollten nach der ursprünglichen Planung noch Pfarr- und Gemeindehäuser errichtet werden, die größtenteils aber erst 1957 fertiggestellt werden konnten. Damit wurde die vom Architekten beabsichtigte architektonische Ordnung des gesamten Ensembles verwirklicht.
An der Schumannstraße bindet die Terrasse den Flachbau des Gemeindehauses ebenso an das in der Höhe gestaffelte Kirchengebäude an wie den hochaufragenden Turm, in dem der ganze Komplex gipfelt; er ist bewußt in die Sichtachse der Lindemannstraße vorgeschoben. Im Inneren wird der Eindruck einer im Kern achsialsymmetrischen Anlage aufgehoben durch einen starken Diagonalzug nach rechts und in die Höhe. Raumhöhe und Helligkeit nehmen nach Süden hin zu und alle Elemente der Innenraumgestaltung sind nach dort hinorientiert. Auf der linken Seite ist die Decke über der Empore heruntergezogen, die Fenster sind hier kürzer und liegen auf der Empore, die darüberliegende Hochwand hat keine Fenster. Auch die Bestuhlung ist asymmetrisch mit größeren Blöcken auf der rechten Seite unter Verzicht auf einen achsialen Mittelgang. 0
Die rechte Seite des Hauptschiffes ist stark betont. Die Stirnwand rechts der Apsis ist zurückgenommen und durch Holzvertäfelung farblich hervorgehoben. Die vier übereinander angeordneten steinernen Evangelistenköpfe akzentuieren die Wand. Auf der Südwand nehmen die hohen bis unter die Decke reichenden Fenster die halbe Höhe ein.
Neueröffnung
 
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